Deine Mitarbeiter machen das Gegenteil von dem, was du willst: das steckt dahinter

Kennt ihr die auch? Diese Kollegen, die einem einfach auf den Keks gehen?

Die sich quer stellen, alles besser wissen, häufig kritisieren und arrogant auf andere herab blicken?

Oder die Sorte Mitarbeiter, der man schon hundertmal erklärt hat, wie etwas geht und die stur auf ihrer eigenen Vorgehensweise beharren?

 

Ich kenne diese Leute auch.

Und bei näherer Betrachtung stellt sich dann heraus, was es ihnen unmöglich macht zu kooperieren:

– entweder inkompetente Chefs und daraus resultierend für den Mitarbeiter untragbare Zustände (dann ist die Nicht-Kooperation als Reaktanz zu verstehen) oder

– ihr minikleiner Selbstwert, der durch herablassendes oder autoritäres Verhalten, Mobbing, Schreien, Wüten davor geschützt werden muss, noch geringer zu werden.

 

In den letzten Jahren bin ich deshalb zu folgenden Überzeugungen gelangt:

 

  • Mitarbeiter wollen kooperieren.
  • Sie zeigen immer das beste Verhalten, das ihnen im Moment gerade möglich ist.
  • Unerwünschtes Verhalten ist ein Zeichen dafür, dass sie noch keine anderen Strategien für diese Situation gefunden haben.
  • Mit unerwünschtem Verhalten tun Mitarbeiter etwas FÜR sich, nicht GEGEN andere.

 

Ich persönlich versuche, das Bedürfnis hinter dem unerwünschten Verhalten zu erkennen.

Kein Mitarbeiter riskiert absichtlich einen Anpfiff vom Chef – außer er will ihn auf etwas oder auf sich aufmerksam machen.

Wie ein Kind, das im Aufmerksamkeitsdefizit ist und deshalb anfängt zu stänkern. Hauptsache, es bekommt die im Kleinkindalter so lebensnotwendige Aufmerksamkeit, auch wenn diese mit Augenrollen und Genervtsein der Bezugsperson einhergeht.

 

Es muss also einen dringenden Grund geben, wenn sich ein Mitarbeiter nicht kooperativ verhält. Er erfüllt sich so ein Bedürfnis.

 

Beispiele für mögliche Bedürfnisse hinter unerwünschtem Verhalten von Mitarbeitern können sein:

  • die Reduktion von Unsicherheit (in Bezug auf die Erwartungen des Chefs, das Standing im Team, oder aufgrund eines wahrgenommenen Machtgefälles)
  • die Kompensation eines sehr geringen Selbstwertes
  • Gesehen werden dafür, was sie eigentlich alles leisten

Tief im Herzen haben alle Mitarbeiter das Bedürfnis nach Kooperation.

Gleichzeitig wurde es ihnen manchmal schon in ihrer Kindheit abtrainiert, sich dieses Bedürfnis durch sozial erwünschte Verhaltensweisen zu erfüllen.

 

Die essentielle Frage ist: was tun diese Mitarbeiter mit ihrem Verhalten FÜR sich?

 

Was meinst du?

Welchen Mitarbeiter kennst du, bei dem es schwierig ist, das Bedürfnis hinter seinem Verhalten zu sehen?